1962 an der Bochumer Straße

2
2496

Im linken Bildteil: Bochumer Straße 32, da, wo ich wechkomm … Da wohnte ich von 1954 bis 1972 in der ersten Etage, da wurde ich groß.

Bildmitte: Bochumer Straße 30
Unten rechts im Haus (beim Mann mit dem Moped) die Buchhandlung Seifert auf vielleicht 30 Quadratmetern, in der es auch eine kleine Leihbücherei gab und all die Schreibwaren vorrätig waren, die Lehrer und Schüler vom schräg gegenüberliegenden Petrinum ‚auf die Schnelle‘ brauchten.
Interessant: Auch jetzt noch, 17 Jahre nach Ende des Krieges, prangte an der Hauswand der weiße Schriftzug ‚LSR‘, ein Hinweis auf einen Luftschutzraum im Keller, der Hausbewohnern und Passanten zumindest etwas Schutz bot bei eventuellen Luftangriffen.

Rechts daneben: ‚Schmidts Gasse‘, der Durchgang zur Besenbinderei Schmidt und zur Barbarastraße. Die dort in Handarbeit aus Birkenreisig hergestellten Besen wurden sowohl zur Straßenreinigung als auch in Stahlwerken eingesetzt. Eine zweite Besenbinderei gab es einige Häuser weiter (Kuhlmann, Bochumer Str. 42)

Das MIELE-Schild rechts daneben weist auf die Heißmangel Schmidt hin.

Dieses Foto ist auch ein Beispiel dafür, wie Fotos in die Hände von Dorstalgie gelangen.
1962 wollte der Besitzer des Hauses Bochumer Str. 30 das alte CASTROL-Schild an der Seite durch eine große Plakatwand ersetzen. Dem Antrag an die Stadt Dorsten legte er dieses Foto bei. Die Wand wurde genehmigt, das Foto wurde archiviert, verschwand für über 50 Jahre in einer Akte. Ralf Schaper fand es dann vor zwei Jahren.
(Johannes Wulf)

2 KOMMENTARE

  1. Hallo Herr Wulf
    Durch eine Suche nach alten Bildern aus meiner Heimatstadt bin ich heute mit Interesse auf ihren Artikel und das Bild des Hauses Bochumer Straße 32 gestoßen. Sofort wurden alte Erinnerungen wach, denn ich hatte schon lange nach dem Namen der kleinen Buchhandlung gesucht. Jetzt steht sie grade wieder vor meinem geistigen Auge, die Frau Seifert, die mir so manches Lineal, Heft und Geha-Patronen verkauft hat.
    Auch die Heißmangel und die Besenbinderei, in der es ja mal gebrannt hat, sind mir bestens bekannt. Der Besenbinder Kuhlmann hatte nach der Bombardierung jahrelang quasi seine Besen auf einem Blindgänger fertig gestellt, der erst später entdeckt und entschärft wurde.
    Ich komme von „um die Ecke“ von der Barbarastraße 32 und bin in den Jahren 1956 bis in die Siebziger Jahre dort aufgewachsen und kenne die Gegend sehr gut. Ich hätte Interesse daran, Fotos aus diesem Bereich einmal wieder zu sehen. Damals gab es, speziell auf der Barbarastraße, noch so manche Baulücke und dort vorhandene Gärten. Ich bin auch schon lange auf der Suche nach Fotos des Bahnhofbereiches, allerdings meine ich damit den Güterbahnhof mit Ablaufberg aus Sicht von der Johannesbrücke her. Dahin hatte es mich in meiner Kindheit oftmals hingezogen und meine Begeisterung für Dampflokomativen stammt aus dieser Zeit. Leider scheint es solche Fotos selten oder gar nicht mehr zu geben. Vielleicht haben sie ja eine Quelle.
    Mit freundlichen Grüßen
    Berthold Enning
    vormals Barbarastraße 32
    4270 Dorsten

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT